Gingers Geschichte

Der Hund vom Hundehändler


Weitere Geschichten von Hundehändlern ==> siehe ganz unten...

         

Leider hat es etwas länger gedauert, bis ich diese Geschichte hier reingesetzt habe, aber da der Prozess vor Gericht noch lief, wollte ich mich erst mal noch nicht öffentlich dazu äußern und erst mal alles abwarten, da aber jetzt seit letztem Jahr alles über die Bühne gegangen ist habe ich schon mal den Anfang gemacht und hoffe, dass ich so viele Menschen wie möglich von einem Kauf bei einem Hundehändler / Hundevermehrer warnen und abhalten kann. Ich habe schon viel Kritik geerntet, aber da stehe ich drüber, es war ein Fehler, es ist passiert und leider wusste ich es nicht besser, auch wenn das keine Entschuldigung ist, aber ein Negativbeispiel für andere...

 

Wie alles begann

Als erstes muss ich sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt wo Ginger zu mir kam, keine Ahnung hatte was Hundehändler sind und ich überhaupt allgemein nicht so viel Ahnung von Hunden hatte wie ich dachte, zumindest aus heutiger Sicht.

Heute würde ich im Leben nicht mehr einen Hund bei einem Händler kaufen und überhaupt würde ich vieles anders machen.

Andererseits bin ich dankbar dafür, dass alles so gekommen ist wie es ist. Ginger ist ein sehr schwieriger Hund in vielerlei Hinsicht, aber nur dadurch habe ich angefangen wirklich etwas über Hunde zu lernen und ich sehe sie heute mit ganz anderen Augen als früher.

Rhodesian Ridgebacks fand ich schon lange toll und ich hatte auch ein Buch über die Rasse gelesen, habe mir aber nicht wirklich Gedanken darüber gemacht mir einen zweiten Hund zu holen.

Alles begann damit, dass wir am 13. September 2003 zur Reptilienbörse nach Hamm gefahren sind. Unterwegs hielten wir noch bei McDonalds. Auf dem Parkplatz sahen wir zwei Männer die einen Welpen dabei hatten und eine Familie mit einem Kind dabei. Dann fingen sie an die Geldscheine auf dem Auto zu zählen.

Ich hatte mich gar nicht getraut richtig hinzusehen, aber ich dachte mir, dass das nicht illegal sein könnte was die da tun, da es so offensichtlich war.

Wir gingen dann rein um zu essen, als wir wieder raus kamen waren die beiden Männer immer noch da. Manuel ging auf sie zu und fragte was sie da tun würde und ob sie Züchter sein.

Der eine Mann, er hieß U. H. bejahte dies und fing dann weiter an zu erzählen, dass er kein richtiger Züchter sei und er die Welpen nur vermitteln würde. Er erklärte das so, dass er die Züchter alle kennen würde und Interessenten dann an sie weiter vermitteln würde.

Manuel fragte dann auch, ob er Rhodesian Ridgebacks hätte und er sagte ja. Er fragte sofort ob wir mit dem Hund züchten wollen und wir verneinten dies. Der Preis für einen Ridgeback würde sich ohne Papiere auf 550 € belaufen.

Ich fragte ihn warum die Hunde so billig wären und er antwortete darauf, dass das daran liegt, dass die Hunde teilweise aus Österreich kommen würde und dort nicht so teuer wären.

Dann fragten wir noch warum das alles hier auf dem Parkplatz abgewickelt worden wäre und er fing an zu lachen und meinte, dass er wüsste wie komisch das aussehen muss, aber er hatte AUSNAHMSWEISE sich darauf eingelassen den Welpen hier mit hinzubringen, weil er auch auf die Reptilienbörse nach Hamm wollte und die Besitzer hier wohnen würden, deshalb hätte er sich dazu bereit erklärt, obwohl er das sonst nicht so macht.

Wir glaubten ihm das sogar, weil das einfach alles zu offensichtlich war.

Dann gab er uns seine Karte und wir verblieben dabei, dass wir ihn bei Interesse anrufen würden.

Wir überlegten und schliefen eine Nacht darüber. Am nächsten Tag waren wir immer noch der Meinung, dass wir gerne eine Ridgeback Hündin haben wollten und ich rief Herrn H. an.

Er sagte, dass er sich mit den Züchtern in Verbindung setzt und sozusagen die Hündin "bestellt" und wir müssten uns auch sicher sein, weil er nicht alles umsonst machen will.

Er meldete sich dann wieder bei uns wegen den Einzelheiten. Er meinte, dass wir uns am besten auch auf einem Parkplatz treffen sollten, weil er ZUFÄLLIG hier in die Nähe müsste.

Da hätte es bei mir eigentlich Klick machen müssen, aber damals hatte ich mir gedacht, dass das alles schon nicht verboten sein und außerdem wollte ich den Hund jetzt auch haben.

Ich sagte ihm, dass ich gerne sehen möchte wo mein Hund herkommt und ich fragte ihn sogar, ob ich nicht direkt zu dem Züchter fahren kann um den Hund selbst abzuholen, aber das ging komischerweise nicht.

Nach vielem Hin und Her beschlossen wir dann den Hund bei ihm zu Hause abzuholen.

 

Dann war es soweit

Am 20. September 2003 machten wir uns zu dritt auf den Weg nach R., das ist in der Nähe von Braunschweig. Sunny kam natürlich auch mit.

Wir waren gegen 20 h da. Herr H. war aber noch unterwegs. Eine "Helferin" so wie sie sich nannte zeigte uns die Zwinger im Hinterhof. Dort waren mehrere Zwinger, zwar sauber, aber draußen und vor allem waren dort mehrere Welpen verschiedenster Rassen in den Zwingern, wir haben bestimmt über zehn verschiedene Hunderassen gesehen.

Ins Haus durften wir aber nicht. Wir mussten im Garten warten. Gegen 21 h kam Herr H. dann von seinem Österreich Trip. Er war ziemlich gestresst und meinte noch, dass die Klimaanlage seines Wagens an dem Tag kaputt gegangen war. Wieder so ein Zufall. Er hatte seinen BMW Kombi mit Hänger voller Kisten gestapelt in denen alle Hunde waren. Und es war extrem warm an diesem Tag und er sagte er war seit 11 h unterwegs.

Für mich stand fest, dass ich hier wohl doch keinen Hund mitnehmen würde, aber dann packte er dieses kleine Würmchen aus und legte es mir in den Arm und fing dann an seine Kisten auszuladen.

Sie nahm mich richtig in den Arm, guckte mich mit ihren riesen Glubschaugen an und zitterte. Sie war so süß und es war Liebe auf den ersten Blick. Ich konnte gar nicht anders und ich wollte sie.

Was nur komisch war, war dass sie so klein und dünn war, es war auch schon dunkel und man konnte nicht richtig sehen. Ich fragte ihn warum sie so klein wäre und warum sie so viel schwarzes Fell hatte und er meinte, dass das in dem Alter so wäre, sich das aber alles ändern würde. Ich hatte extra ein großes breites Halsband mitgebracht, weil ich mir ihre Größe etwas anders vorgestellt hatte, sie hätte drei Mal in das Halsband gepasst. Heute weiß ich, dass das Halsband theoretisch hätte passen müssen.

       

Herr H. hatte es ziemlich eilig uns wieder loszuwerden und war ziemlich im Stress, ich glaube es passte im gar nicht, dass wir dort waren. Wir erledigten schnell die Formalitäten. Beiläufig erzählte er uns noch, dass er im Nebenhäuschen im Garten 60 Affen hätte, weil er diese Züchten würde und wir guckten uns alle nur entsetzt an, vor allem konnten wir uns kaum vorstellen, dass man in einer solchen Hütte 60 Affen hält.

Was ich auch noch schlimm fand ist, dass Herr H. uns nicht eine einzige Frage gestellt hat. Wer wir sind, wo und wie wir wohnen, ob wir überhaupt als Hundebesitzer geeignet wären usw., es kam gar nichts!

Dann sind wir nach Hause gefahren. Ginger lag bei mir im Schoß und schlief, sie war ganz ruhig und ziemlich anhänglich.

Als wir zu Hause waren, ließ ich sie im Wohnzimmer auf den Boden und sie rannte als erstes neben die Couch und versteckte sich. Dann hab ich sie kurz gerufen und sie kam sofort angerannt und die Angst war weg, dass war das erste und letzte Mal, dass sie Angst hatte. Sunny beschnüffelte sie die ganze Zeit ganz neugierig und sie untersuchte erst mal die ganze Wohnung.

Am Abend hab ich etwas gegessen und beide Hunde standen neben mir. Auf einmal knurrte Sunny leicht als sie neben ihm stand und für mich ist eine Welt zusammen gebrochen;-)) Ich hatte alle möglichen Gedanken, dass sie sich nicht verstehen usw.

Aber das war dann auch wieder vorbei, ich habe beiden ein Leckerchen gegeben und das war ok.

 

Endlich zu Hause

Die ersten zwei Tage hat Sunny sich ziemlich zurückgezogen und ich machte mir Sorgen, ich hatte Angst, dass er sich vernachlässigt fühlt oder so, obwohl ich beide gleichermaßen behandelt habe. Aber dann kam er nach zwei Tagen ins Wohnzimmer gerannt und alles war, als ob nie etwas gewesen wäre und mir fiel ein Stein vom Herzen.

Als wir zusammen draußen auf der Wiese waren, lief alles super. Ginger kam jedes Mal wenn ich sie gerufen habe. Eine ältere Dame kam dazu, sie fand die beiden ganz toll und fragte wie lange ich die Kleine schon hätte und war ganz erstaunt darüber, dass sie schon so gut hört, obwohl ich sie erst zwei Tage hatte;-)

Aber trotzdem kam es mir komisch vor, wie klein und dünn Ginger war. Ich wurde dann auch mehrfach von verschiedenen Leuten angesprochen ob sie reinrassig sei.

Ich beschloss dann für 150 Euro extra die Papiere für sie nachträglich anzufordern. Und zeitgleich rief Herr H. bei uns zu Hause an und erzählte mir irgendwas von einem Ridgeback Rüden, den ich bestellt hätte und wann ich den haben möchte.

Ich erzählte ihm dann, dass wir doch eine Woche zuvor bei ihm waren um Ginger anzuholen und dann erinnerte er sich. Ich sagte ihm bei der Gelegenheit, dass ich gerne doch noch Papiere für Ginger haben wollen würde und er meinte, dass das kein Problem sei, es aber vier bis sechs Wochen dauern würde, da er sie beim ... anfordern müsse.

Ich frage ihn auch, warum sie so dünn sei und er fragte mich darauf hin, ob ich sie entwurmt hätte. Das war es dann.

In der nächsten Woche bekam ich noch einen Anruf von einem Herrn, der meinte ich hätte ihm 200 Euro zu viel überwiesen und dass er mir das Geld zurück überwiesen hätte.

Ich sagte ihm, dass das ja schön sei, ich aber kein Geld an ihn überweisen hätte und ich auch gar nicht wüsste wer er sei. Er meinte dann, dass ich doch bei Herrn H. eine Bulldogge gekauft hätte und er mir das Geld geliehen hätte und ich es ihm in Raten zurückzahle, denn er arbeitet mit Herrn H. zusammen.

Ich war ziemlich verwundert und erklärte ihm, dass es sich wohl um ein Missverständnis handeln würde, weil ich keine Bulldogge sondern einen Ridgeback hätte. Das war ihm ziemlich peinlich und unangenehm.

200 Euro wurden mir leider auch nicht zurücküberwiesen;-))

Nach zwei oder drei Wochen rief mich ein Mann auf meinem Handy an, der auch mit Herrn H. zusammen gearbeitet hat, wegen der Papiere. Er meinte, dass das mit den Papieren noch etwas dauern würde, denn der Computer beim ... sei abgestürzt. Und er war auch der Meinung, dass ich einen Rüden hätte.

Dann  fing ich selbst an über Herr H. zu recherchieren und stieß auf seine damalige Homepage ....de, die ich bis dato noch nicht kannte und war geschockt.

Dort konnte man wie in einem normalen Online Shop, die Hunde bestellen, man konnte sie in den Hundekorb (Warenkorb) ziehen und die Anzahl der Hunde angeben, die man haben möchte, dort gab es auch so genannte Listenhunde. Dort waren sogar Lieferungen nach Hause geplant und schon die Preise, aber er konnte die Bedingungen wohl noch nicht erfüllen...

Die Seite war lange Zeit online aber seit ich Strafanzeige gegen ihn gestellt habe und auch mit ihm vor Gericht gegangen bin, gibt es diese Seite Gott sei dank nicht mehr, aber dazu komme ich später ausführlicher...

 

wird fortgesetzt...

 

 

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