Die Schlangenmilbe

Ophionyssus natricis


                                                

Ich denke jeder Halter von Schlangen hat schon mal mit diesen Plagegeistern zu tun gehabt oder wird irgendwann mit ihnen zu tun haben, deshalb ist es gut schon einmal etwas über diese kleinen Biester zu erfahren.

Ich möchte hier auch einmal betonen, dass diese Plage nichts mit Sauberkeit oder sonstigen Dingen zu tun hat, diese Leid kann jeden Terrarianer treffen.

 

Die Milbe gehört zur Klasse der Arachnida, also zu den Spinnentieren.

 

Biologie der Schlangenmilbe

Die Milbe durchlebt in ihrem Lebenszyklus fünf Stadien

Die Eier schlüpfen, je nach Temperatur, nach ca. zwei bis vier Tagen. Das Larvenstadium dauert ein bis zwei Tage, in denen die Larve nichts frisst. Die Larve häutet sich und wird dann zur Protonymphe, die sich nach ca. 3 bis 14 Tagen zur Deutonymphe häutet. Dazu braucht sie mindestens eine Blutmahlzeit, bekommt sie diese nicht, stirbt die Protonymphe nach 14 Tagen. Meist dauert es bis einen Tag nach der Blutmahlzeit, bis sich die Protonymphe zur Deutonymphe häutet.

Die Deutonymphe ist ein Zwischenstadium, in der sie nicht frisst. Schon nach einem Tag häutet sie sich in die Adulte Milbe.

Die Milbe hat eine Lebensdauer von ca. 10 bis 32 Tagen und wird ca. 0,5 mm groß.

Trifft ein adultes Weibchen vor der ersten Blutmahlzeit auf ein Männchen, dann paart sie sich und legt Eier, aus denen ausschließlich nur Weibchen schlüpfen. Bekommt sie als erstes eine Blutmahlzeit, legt sie Eier, aus denen ausschließlich nur Männchen schlüpfen.

Sie kann ca. 10 bis 25 Eier auf einmal legen und ca. 60 bis 80 Eier in ihrem ganzen Leben.

Bevorzugt werden die oberen Ecken des Terrariums oder dunkle und feuchte Orte.

 

Wie erkenne ich Milben?

Sie sind im Anfangsstadium nur sehr schlecht zu erkennen, weil die Jüngeren Milben heller sind als die Älteren. Wenn man die Milben krabbeln sieht, dann ist der Befall schon sehr stark und man muss so schnell wie möglich die Behandlung beginnen.

Man kann die Schlange herausnehmen und einmal durch die Finger gleiten lassen. Dann wartet man ab und guckt, ob sich die Punkte auf der Hand zu bewegen beginnen oder ob es nur Torf ist.

Meist ein eindeutiges Zeichen ist es, wenn die Schlange dauerhaft im Wasser liegt. Gerade beim Königspython zum Beispiel, der fast nie badet, sollte man sich Gedanken machen. Die Milben lösen einen unangenehmen Juckreiz aus und die Schlange wird nervös. Sie legt sich ins Wasser um die Milben zu ertränken. Man kann dann oft viele der ertrunkenen Milben im Wasser erkennen.

Man sollte auf jeden Fall sofort etwas gegen Milben unternehmen, da die Schlange unter Blutverlust leidet und immer schwächer wird. Oft findet man Milben auch an den Augen der Schlange, was zu schlimmen Entzündungen führen kann.

Außerdem kann in kürzester Zeit der ganze Bestand befallen sein.

 

Woher kommen die Milben?

 

Behandlung

Mit Öl

Die Behandlung mit Öl ist ganz gut geeignet, wenn man einen Neuzugang mit Milben hat.

Als erstes wird die Schlange in normalem Wasser gebadet, damit sie erst mal trinken kann.

Danach kann man etwas Olivenöl mit Wasser mischen und die Schlange kurz darin baden, damit sich ein leichter Ölfilm um sie legt und die Milbe keinen Wirt mehr zum Blutsaugen hat. Nach einer Woche sollte man die Behandlung wiederholen, um den Ölfilm zu erneuern. Das gute daran ist, dass man ohne Giftstoffe behandeln kann.

 

Mit „Frontline“

Mit anderen Mitteln habe ich überhaupt keine Erfahrungen. Bisher hatte ich große Erfolge mit Frontline, das eigentlich ein Mittel für Hunde und Katzen ist.

Das Becken wird komplett gereinigt und alles mit Frontline eingesprüht. Danach muss alles gründlich abgespült werden. Das Becken sollte am besten ein paar Tage auslüften können und die Schlange in ein Quarantänebecken gesetzt werden.

Die Schlange wird erst mal gebadet, damit die Milben ertrinken. Dann sprüht man das Frontline auf die Handfläche und lässt die Schlange durch die Hand gleiten, damit man einen leichten Film mit Frontline über die Schlange bekommt.

Das Quarantänebecken sollte mit Zeitungspapier ausgelegt sein und trocken gehalten werden. Die Höhle sollte leicht zu reinigen sein, eine Korkhöhle eignet sich nicht, weil die Milben sich in den Zwischenräumen verkriechen können. Das Wassergefäß sollte sehr klein sein, so dass die Schlange nicht dort drin baden kann, denn sonst könnte das Frontline im schlimmsten Fall toxisch wirken!

Das ganze macht man fünf Mal, alle zwei Tage. Nach zehn Tagen müsste die Milbenplage erledigt sein, so war es bei mir immer.


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