Sunnys Geschichte

Der Mix aus Griechenland


Die ersten Tage

Am 19. Oktober 2001 ging mein größter Wunsch in Erfüllung: Ich durfte endlich einen Hund haben. Ich wohnte noch zu Hause, weil ich noch in der Ausbildung zur Bürokauffrau war. Meine Mutter und ich waren in Griechenland bei meinen Großeltern im Dorf zu Besuch. Dann erzählte uns ein Nachbar, dass eine Familie aus dem Dorf Welpen hatte und nach Stundenlanger Überredungskunst bekam ich meine Mutter dazu uns die Hundebabys anzugucken. Als ich mit meiner Mutter auf den Hof kam erwartete mich eine große Überraschung, denn die Welpen waren keine Welpen, sondern acht Tage alte Hundebabys, die alle mit der Mutter in einer kleinen Steinhöhle im Hof zusammengekauert waren. Die Frau wollte die Mutter mit einem Stock verjagen und versuchte die Babys mit einem Stock heraus zu schubsen. Ich bekam fast einen Herzinfarkt, ich lief schnell zur Höhle, griff in die Babymenge und zog eines der Babys hinaus. Es war eine Hand voll Hund, die ich da in den Händen hielt, die Augen und Ohren waren noch zu. Meine Mutter fragte mich, ob ich ihn haben möchte und ich sagte natürlich sofort ja ohne nachzudenken, denn wenn ich ihn jetzt nicht mitgenommen hätte, hätte ich nie einen Hund bekommen, zumindest nicht bei meinen Eltern:-))

Außerdem war diese Familie ganz froh darüber einen von diesen „Kötern“ los zu sein. So ist das leider in Griechenland. Ein paar Wochen später erfuhr ich leider, dass Sunnys Geschwister samt Mutter vergiftet worden sind. Ich hatte mir so etwas schon gedacht, aber ich kann bis heute nicht glauben, dass es Menschen gibt, die so grausam sein können

Als wir wieder bei meiner Oma waren, war erst mal die Hölle los:

Wir mussten Babymilch kaufen gehen, Welpenmilch gibt es in Griechenland nicht, ich wunderte mich damals schon, dass es Hundefutter gab, aus heutiger Sicht finde ich das natürlich scheiße, mit den Essenresten ging es den Hunden besser.

Dann rief ich Manuel in Deutschland an, ich machte ihm die Hölle heiß, er müsse mit der LTU sprechen, dass der Hund mit kann und ohne den Hund nicht zurückfliegen würde...armer Kerl:-))

Dann ging es noch zum Tierarzt, ja, so was gibt es in Griechenland, er war sehr nett, er untersuchte Sunny und stellte fest, dass er kerngesund ist. Die Untersuchung war sogar kostenlos, weil der Arzt es so toll fand, dass wir den Hund mitnehmen, das war wirklich ein netter Mann.

Es waren noch drei Tage bis zum Rückflug, ich schleppte Sunny immer mit mir mit, egal wo ich hinging, sogar auf die Toilette, ist ja auch verständlich, wenn man sich die Tierquälerei dort anschaut. Nacht musste ich so sieben mal aufstehen um ihm die Flasche zu geben. Geschlafen hat er mit mir im Bett. Wenn er bei mir lag, war er auch ruhig, sonst war er nur am Quieken.

Der Rückflug war Stress pur. Die Autofahrt zum Flughafen betrug vier Stunden, dann einchecken, der Flug an sich usw. und dazu noch die Angst mit dem Hund nicht fliegen zu dürfen. Aber es ging alles glatt, kein Mensch hat nach irgendwelchen Papieren für den Hund gefragt, er ging in meiner Box mit als Handgepäck mit seinen 150 Gramm die er damals gewogen hat. Viel Stressiger fand ich, dass alle und ich meine wirklich alle Leute mich auf diesen Hund angesprochen haben, sie dachten zuerst er wäre ein Meerschweinchen, na ja, er sah ja auch so aus:-))

Hier mal ein paar Bilder in seiner Meerschweinchengröße:

              

Sogar die Stuardessen hielten das ganze Flugzeug beim Aussteigen auf, weil sie unbedingt den Hund sehen wollten, ich fand das damals alles so grausam und wollte nur noch nach Hause, ich dachte mir, wenn der arme Hund jetzt seine Augen zum ersten Mal öffnen würde, würde er einen Schock fürs Leben bekommen, aber das hatte ja Gott sein Dank noch ein paar Tage Zeit.

Als wir unsere Koffer hatten suchten wir Manuel und meinen Vater, die uns abholen wollten. Meine Mutter und ich hatten Herzklopfen, denn mein Vater wusste nicht Bescheid und er war eigentlich der jenige, der immer gegen einen Hund in der Wohnung war, doch als er Sunny sah, musste er nur lachen, er konnte diesem kleinen Kerlchen nicht widerstehen. Das konnte niemand, ich hätte alle Babys mitnehmen können und wäre sie auch alle losgeworden, so süß fanden ihn alle, sogar Leute, die keine Hunde mögen oder Angst vor ihnen haben. Sie hätten ihn allem am Liebsten mitgenommen.

 

Die nächsten Wochen

Die nächsten Wochen wurden stressig. Vor allem war schlimm, dass Sunny bis er 6 Wochen alt war nicht nach draußen durfte, weil er noch nicht geimpft war, also musste er in die Wohnung machen und dann versucht mal einem Hund nach sechs Wochen beizubringen, dass er jetzt nicht mehr in die Wohnung sondern nur noch draußen machen darf. War alles nicht einfach. Das schlimmste war jedoch, dass Sunny die Beißhemmung an uns erlernen musste, denn seine Geschwister hatte er ja nicht. Er war richtig schlimm, es half nichts, er hat gebissen was das Zeug hält, das war auch der Grund, warum Sunny sehr oft angeschrieen wurde. Unsere Arme waren total zerbissen und zerkratzt. Das war wirklich eine stressige Zeit und wir waren alle Froh, als Sunnys Zahnwechsel abgeschlossen war.

Im Januar war Sunny dann auch endlich Stubenrein. Das ging dann doch relativ schnell. Trotz allem war es eine schöne Zeit.

 

Fehler in Sunnys Erziehung und schlechte Erfahrungen

Das waren leider eine Menge, ich muss zugeben, dass ich aus heutiger Sicht damals sehr unwissend war und Sunny damit sehr geschadet habe. Ich wusste es nicht besser.

 

Die Hundeschule

In der Hundeschule in der ich damals war wurde ich total abwertend behandelt. Die Welpenstunde gestaltete sich so, dass mit klassischer Konditionierung gearbeitet wurde. Die Welpen sollten schon von Anfang an bei Fuß gehen lernen und wurden durch Leinenruck und scharfen Kommandos dazu gebracht. Die Hunde hatten keine Ruhe- oder Spielpausen zwischendurch. Am Ende der Stunde durften sie in dem Abgesperrten Gelände der Hundeschule spielen. Die Gruppe bestand aus ungefähr 25 Hunden unterschiedlichen Alters und Größen. Dort wurde Sunny von allen Seiten gemobbt und die Trainer haben nur gelacht und gemeint, dass Sunny ein Angstbeißer werden würde. Nach dieser Stunde bin ich nie wieder dort hingegangen und hatte von Hundeschulen die Nase voll. Später hörte ich sogar, dass Welpen dort teilweise mit Stacheldrahthalsbänder erzogen wurde. Mir sträuben sich die Nackenhaare.

 

Andere Hunde

Dadurch, dass Sunny so ängstlich war, wurde er oft von anderen Hunden gemobbt und sogar einmal richtig im Nacken gebissen und wie wild hin- und hergeschüttelt. Physisch gesehen ist ihm nichts passiert, aber den Schock wird er nie vergessen.

 

Andere Menschen

Ich habe einmal den Fehler gemacht, Sunny einen Nachmittag lang bei jemandem zu lassen, von dem ich dachte, dass es ein guter Freund wäre, der selbst einen Hund besitzt. Wochen später erfuhr ich, dass er ihn geschlagen hatte, weil er meinte so müsse man meinen Hund erziehen, damit er gehorcht und nicht so „dominant“ ist.

Seit dem hat Sunny vor vielen Menschen Angst. Verständlicherweise. Ich arbeite hart daran ihm diese Angst zu nehmen, das ist jedoch nicht so einfach, obwohl in danach nie wieder jemand geschlagen hat.

 

Tipps von Leuten die meinen alles besser zu können

Was ich bis heute schon an guten Ratschlägen bekommen habe ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Ich möchte betonen, dass ich diese Tipps nicht angenommen und schon gar nicht angewendet habe:

Ich solle Sunny im Nacken schütteln, wenn er Mist gemacht hatte, egal wie lange der Zeitpunkt schon vergangen war.

Ich solle ihn im Nacken packen und mit dem Kopf in die Scheiße halten, wenn er in die Wohnung gemacht hatte, hier war der Zeitpunkt natürlich auch egal, denn Hunde hätten ja ein schlechtes Gewissen und wüßten ganz genau was sie getan hatten.

Mir hat sogar mal jemand eine Zeitung schön zusammengeklebt die Sunny gewidmet wurde, wenn er mal in die Wohnung machen sollte.

Ich solle den Sogenannten Alphawurf bei ihm ausüben, ihn stundenlang ignorieren wenn er was ausgefressen hatte, usw., usw.

Aber ich muss sagen, dass ich viele Ratschläge bekommen hatte, wie man es nicht macht:-))

Was mir nur Angst macht ist, dass diese Leute alle schon Hunde hatten oder haben!

 

Sunnys Ängste

Er hat Angst vor Kindern, Fremde, Leute die ihn anfassen wollen, Leute die an ihm vorbeirennen, hastige Bewegungen, Roller, Fahrräder, viele Hunde...

Man kann sagen, dass Sunny durch und durch ein verängstigter Hund ist, der dadurch auch viel unter Stress steht. Wir sind aber mit viel Training auf dem Weg zur Besserung, damit er endlich mal ein stressfreieres Leben führen kann. Ich werde über die Fortschritte berichten...

 

Charakter

Wenn Sunny jemanden kennt und in sein Herz geschlossen hat, dann ist er der liebste Hund auf Erden. Er ist ruhig, schmust gerne und lässt keine Situation aus um sein Erdmännchen zu machen, damit er etwas bekommt:-))

wird fortgesetzt...


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